Die Gestaltung eines Deportationsweges

Mahnort Sammellager Synagoge Levetzowstraße. TAL
Gedenkort Güterbahnhof Moabit. TAL

Gestern fiel eine Vorentscheidung zur künstlerischen Gestaltung des Deportationsweges in Moabit. In einer vertraulichen Beratung wurden unter der Mitwirkung von Dorothea Strube / Kunstvermittlung neun von 91 Bewerbern zum Wettbewerb zugelassen:
– Empfangshalle, München – Corbinian Böhm und Michael Gruber
– Rolf Giegold, Berlin
– Renate Herter, Berlin
– Kunstprojekt REMEMBER, Berlin – Sharon Paz, Jürgen Salzmann und Karl– Heinz Stenz
– Pia Lanzinger und Michael Hauffen, Berlin
– realities:united, Berlin – Jan Edler und Tim Edler
– Daniel Seiple, Berlin
– Stih & Schnock, Berlin – Prof. Renata Stih und Prof. Dr. Frieder Schnock
– Rahel Zaugg, Leipzig

Die oben Genannten haben inzwischen die Wettbewerbsunterlagen erhalten und müssen ihre Entwürfe bis zum 30. Oktober 2020 abgeben. Für die Realisierung stehen 450 000 € aus Lottomitteln zur Verfügung. Eine Entscheidung über die Preisträger soll Anfang Dezember 2020 fallen.
Das Bezirksamt hat die Aufgaben des Wettbewerbs sehr ausführlich beschrieben und gleichzeitig die Realisierung auf den Bezirk Mitte begrenzt. Damit bleibt als stadträumlicher Anhalt nur der Deportationsweg zwischen Sammellager Synagoge Levetzowstraße und Güterbahnhof Moabit übrig. Denn über die Wege von den Sammellagern im Altenheim Große Hamburger Straße und im Jüdischen Krankenhaus Iranische Straße zu den jeweiligen Deportationsbahnhöfen ist nichts Genaues bekannt. Außerdem lagen der Anhalter Bahnhof in Kreuzberg und der Bahnhof Grunewald in Charlottenburg.
Es wird sicher interessant werden, welche Vorschläge die WettbewerberInnen erarbeiten. Denn die Konkurrenz um die Aufmerksamkeit im Öffentlichen Raum ist heftig und mittlerweile multimedial. Da bedarf es einer kreativen und wohlüberlegten Form, um in diesen Wettkampf zu bestehen. Es steht zu hoffen, dass wie beim Wettbewerb zum Gedenkort Güterbahnhof Moabit , der übrigens nur mit 130 000 € zur Realisierung ausgestattet war, die Wettbewerbsentwürfe wieder der Allgemeinheit vorgestellt werden. Das hatten sich auch 2016 die meisten der am Wettbewerbsverfahren Beteiligten gewünscht.
Alle, die den Entscheidungsweg im Bezirk seit 2013 verfolgt haben, sind sicher auf das Ergebnis gespannt.
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