Gedenkort

Der Gedenkort am GLEIS 69 erinnert an die Deportation von 30 000 Berliner Jüdinnen und Juden, die hier am Güterbahnhof Moabit ihren Anfang nahm. Ein Großteil dieser Menschen mußte dazu den Weg vom Sammellager Synagoge Levetzowstraße durch Moabits Straßen hierher zurücklegen. Von diesen Gleisen brachten sie die Züge der Deutschen Reichsbahn in die Ghettos und Vernichtungslager im Osten.


Der Rest des GLEIS 69, die Rampe und die Zuwegung machen den historischen Ort noch heute erfahrbar. Wir berichten hier über seine wechselvolle Geschichte.


Um 1900 veranlaßte das preußische Oberkommando die Anlage der hiesigen Militärgleise. Diese Gleise verwandelte die SS in der Zeit von 1942 bis 1944 in den größen Deportationsbahnhof Berlins.


Nach dem Krieg geriet seine unheilvolle Geschichte in Vergessenheit. Erst nach der Wende 1989 erinnerte man sich wieder an diesen Ort. Es begann ein fast dreissig Jahre dauernder, mühseliger Weg, bis 2017 dieser bescheidene Gedenkort eingeweiht werden konnte.
Die dabei ausgegrenzte historische Deportationsrampe verrottet weiter – bis heute.
Leider erhält dieser Ort auch sonst nicht die Aufmerksamkeit, die bei einem Mahnort eigentlich selbstverständlich sein sollte.

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Zwei Botschaften von unbekannten Jugendlichen
am Gedenkort August 2020

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“Ohne Worte, wie die stillen Bäume, die über den Toten wachen… Damit Züge und ihre Abfahrten nie wieder die Tränen des Todes ankündigen.”
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“Es ist unglaublich, wie die Stadt den Raum zum Nachdenken mit Beschlag gelegt hat, den eigentlich die wahren Opfer dieses schrecklichen Teils der Geschichte verdienen.”

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GPS-Daten des Güterbahnhofs Moabit:https://www.google.de/maps/search/gedenkort+g%C3%BCterbahnhof+moabit/@52.536314,13.3441427,16z/data=!3m1!4b1