DER WEG

 
ADN-ZB/Repro/Archiv/18.5.1989 –Bundesarchiv, Bild 183-86686-0008 / CC-BY-SA 3.0  creative commons Faschistisches Deutschland 1933-1945/Verhaftung jüdischer Männer in Baden-Baden im November 1938: Nach dem faschistischen antisemitischen Pogrom vom 9./10. November 1938 wurden etwa 30 000 Juden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt.        (Aus Berlin gibt es nach der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 keine vergleichbaren Bilder)

Seit etlichen Jahren gibt es Überlegungen, den Deportationsweg vom ehemaligen Sammellager Synagoge Levetzowstraße zum Güterbahnhof Moabit im Stadtbild erkennbar zu machen

QRC am Mahnort Synagoge Levetzowstraße – Sammellager – TAL

In der Zeit von August 1942 bis zum Oktober 1942 sind mindesten 7558 Menschen auf den WEG zur Deportation und in den Tod durch Moabits Straßen gezwungen worden (siehe nachfolgende Graphik) .


Bei den hier angegebenen Zahlen handelt es sich bei der weiterhin unsicheren Datenlage um die kleinstmögliche Anzahl. Es kann sich auch um mehr als 11 500 Menschen gehandelt haben, da auch nach den neuesten Untersuchungen sechs Transporte in den Osten ( März 1942 – Juli 1942 ) nicht eindeutig dem Bahnhof Grunewald oder dem Güterbahnhof Moabit zuzuordnen sind.

“ 18. Osttransport “   15. August 1942         Berlin-Moabit nach Riga  mit 938 Menschen

“ Transport I/46 “   17. August 1942             Berlin-Moabit nach Theresienstadt mit 997 Menschen

“ 19. Osttransport “   5.September 1942     Berlin-Moabit nach Riga mit 796 Menschen

“ Transport I/65 “  14.September 1942        Berlin-Moabit nach Theresienstadt mit 1000 Menschen

“ 20. Osttransport “  24.September 1942    Berlin-Moabit nach Raasiku mit 1049 Menschen

“ Transport I/71 “ 3.Oktober 1942                Berlin-Moabit Theresienstadt mit 1021 Menschen

“ 21. Osttransport “   19.Oktober 1942        Berlin-Moabit nach Riga mit 959 Menschen

“ 22. Osttransport “   26. Oktober 1942       Berlin-Moabit nach Riga mit 798 Menschen

Das Gleis 69 am Gedenkort Güterbahnhof Moabit, das Ziel des Deportationsweges.
Nach Gedenkzeremonie am 9. November 2017. TAL

Nachdem 2017 der Gedenkort Güterbahnhof Moabit geschaffen worden ist, machen jetzt in einem nächsten Schritt QR-Codes auf diesen WEG aufmerksam. Das kann ein Anstoß für die notwendige öffentliche Diskussion sein.

Quellen : Jah, Akim – „Die Deportation der Juden aus Berlin“, be.bra – Wissenschaftsverlag, 2013 Berlin
Gottwaldt, Alfred – „Mahnort Güterbahnhof Moabit“, Hentrich & Hentrich, 2015 Berlin