Am 4. November 1995 wurde Jitzchak Rabin ermordet

Jitzchak Rabin, Bill Clinton und Jassir Arafat im Zuge des Oslo-Friedensprozesses am 13. September 1993 vor dem Weißen Haus in Washington, DC. The White House – gpo.gov.
Gemeinfrei

Am 4. November 1995 wurde der iraelische Ministerpräsident Jitzchak Rabin von einem religiösen Fanatiker ermordet. Der Deutschlandfunk erinnert an das Attentat vor 25 Jahren, das das Ende des Friedensprozesses von Oslo bedeutete.

Drei Zitate rufen die damalige Situation wieder in Erinnerung.

1976 war Rabin das erste Mal Ministerpräsident und kritisierte in einem Interview heftig die nationalreligiöse Siedlerbewegung Gush Emunim, die in der Palästinensergebieten systematisch Siedlungen errichtete:
„Das ist keine Siedlerbewegung, das ist ein Krebsgeschwür im sozialen und demokratischen Gewebe Israels, eine Gruppierung, die das Gesetz in die eigenen Hände nimmt. Ich glaube nicht, dass man so auf Dauer existieren kann, jedenfalls nicht, wenn man keine Apartheid gegenüber eineinhalb Millionen Arabern in einem jüdischen Staat haben möchte.“

Nach dem Abkommen von Oslo 1993 wurde Rabin innenpolitisch als Verräter beschimpft und als Nazi bezeichnet. In dieser hoch angespannten Situation fand am 4. November 1995 in Tel Aviv eine Friedensdemonstration statt, auf der Jitzchak Rabin vor 100.000 Anhängern sprach:

„Ich bin überzeugt, eine Mehrheit des Volkes will Frieden und will für einen Frieden auch Risiken in Kauf nehmen. Denn die Gewalt zerstört die Grundlage der israelischen Demokratie. In einer Demokratie gibt es Meinungsverschiedenheiten, aber Entscheidungen werden in demokratischen Wahlen getroffen. Deshalb haben wir das Mandat, das zu tun, was wir tun, und wir werden diesen Weg fortsetzen.“
Danach traf ihn ein Schuss aus dem Hinterhalt.

Der Historiker und Rabin-Biograph Itamar Rabinowich zieht daraus heute den folgenden Schluss:
„Es war ein Wendepunkt: die Schleusen waren offen, die Rechten haben die Offensive übernommen und sind jetzt an der Macht. Menschen, die an der Hetze beteiligt waren, sind jetzt in der Regierung, was für viele von uns inakzeptabel ist.“

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1992-1995: PM Yitzhak Rabin serving his second term as Prime Minister.
Fotograf Yaakov Saar, Unter CC BY-SA 3.0