Im BauNetz Newsletter vom 21.08.2026 wird auf einen Aufruf der Akademie der Künste hingewiesen,
in dem sich die UnterzeichnerInnen gegen die Angriffe der AfD auf das BAUHAUS wenden.
Als Irrweg der Moderne und Ausdruck von Identitätslosigkeit bezeichnet die AfD das heute zum UNESCO-Welterbe zählende Bauhaus und droht unter anderem damit, bei einem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt der Stiftung Bauhaus Dessau die Fördermittel zu kürzen. Wenige Tage vor der entscheidenden Landtagswahl macht nun ein Manifest die Runde, das dazu aufruft, das Bauhaus gegen populistische Angriffe zu verteidigen. Initiiert wurde das Papier, das ein Zeichen für Freiheit, Offenheit und Kreativität setzen will, von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos). Wir sind stolz auf das Bauhaus. Es hat gesellschaftspolitisch gewirkt und die ästhetische Moderne weltweit bereichert, heißt es darin. Zahlreiche Verbände und Institutionen aus Kultur, Design, Handwerk, Architektur sowie Kirchen haben das Manifest bereits unterzeichnet, darunter die Bundesarchitektenkammer, die Akademie der Künste, die Deutsche UNESCO-Kommission und der Deutsche Städtetag. Wer das Manifest unterstützen möchte, kann sich hier anschließen. (da)
Das Bauhaus ursprünglich 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet wurde hier bereits in seinen Anfängen von der NSDAP und konservativen Kreisen angefeindet. Als Bespiel dazu ein Ausschnitt aus dem sog. Frick-Erlass vom April 1930. Wilhelm Frick war erster Innen- und Volksbildungsminister für die NSDAP in Thüringen, im Dritten Reich dann Reichsinnenminister.

In dieser Situation nahm 1925 Walter Gropius gern das Angebot des Dessauer Bürgermeister Fritz Hesse an, mit dem Bauhaus nach Dessau zu ziehen. Dort entstanden dann der weltbekannte Neubau und die Meisterhäuser. Die Vielgestaltigkeit des Bauhauses und die unterschiedlichen Persönlichkeiten, die an ihm lehrten und lernten, waren 2024 in der Ausstellung zu dieser kultur- und kunstprägenden Institution in Weimar zu besichtigen. Die Arbeit in Dessau war auch nicht spannungsfrei, patriarchalische Strukturen und Konkurrenz machten es vor allem Frauen schwer, sich dort zu entwickeln. Als Beispiele seien hier nur Otti Berger, Lucia Moholy und Margarete Heymann-Loebenstein genannt. Trotzdem besaß das Bauhaus in seiner Dessauer Zeit eine starke Anziehungskraft für künstlerisch Interessierte aus der ganzen Welt.

Unter zunehmendem Einfluss der NSDAP in Dessau wurde das Bauhaus 1932 durch einen Gemeinderatsbeschluss aus der Stadt vertrieben. Mies van der Rohe versuchte mit einigen Getreuen nach dem Umzug einen Neubeginn in Berlin. aber ohne Erfolg.

Die Jüdischen Lehrer und StudentInnen waren bereits frühzeitig ins Exil gegangen, die anderen warteten zum Teil die Entwicklung ab und entschlossen sich später für das Exil. Ein anderer Teil ging in die innere Emigration oder passte sich an. Eine weitere Gruppe schloss sich den Nazis an, trat in die Partei, die SA oder die SS ein.

Aus dem Bauhaus wurde die Dessauer Gauschule der NSDAP, später die Landesfrauenarbeitsschule.

Dazu gab es in einschlägigen Zeitschriften wie der „Brennnessel“ hämische Kommentare


Die einen, wie Otti Berger, erhielten keine Möglichkeit mehr, künstlerisch zu arbeiten,

während es andere mit Brief und Siegel bestätigt bekamen.

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