Wen stört der jüdisch-muslimische Dialog in Berlin?

Ausstellung “Welcome to Jerusalem” im Jüdischen Museum Berlin

Eine Notiz im Tagesspiegel vom 15. Dezember 2018 von Einav Schiff weckte sofort mein Interesse. Der TAZ liegt ein Brief der israelischen Regierung an das Bundeskanzleramt vor, in dem gefordert wird, die Unterstützung des Jüdischen Museums in Berlin einzustellen. Anlaß ist die Ausstellung “Welcome to Jerusalem”, die die “palästinensisch-muslimische Sicht auf Jerusalem” widerspiegele. In diese Kritik werden außerdem die Berlinale und zwölf weitere NGO miteinbezogen, die wegen “antiisraelischer” Aktivität ihre finanzielle Unterstützung verlieren sollen.
Was mag die Regierung Netanjahu zu solcher Intervention veranlassen, mit der sie dem Ruf des einzigen demokratischen Landes im Vorderen Orient eher schadet als nutzt? Möchte sie die offene Diskussion zwischen Muslimen und Juden, die das Jüdische Museum gerade in letzter Zeit nachdrücklich fördert, unterbinden? So fanden u.a. die Tagung Islamophobia und der Erste Jüdische Zukunftskongreß 

gerade statt, auch ähnliche Veranstaltungen können Interessierte dort regelmäßig verfolgen. Hat die Regierung Netanjahu Angst, daß die nach Medienschätzungen (Zeit online, Deutschlandfunk) ca. 20000 Israelis, die sich in Berlin aufhalten, ihre Erfahrungen und Erlebnisse hier mit nach Israel nehmen oder kommunizieren? Ich kann nur hoffen, daß wir weiterhin differenziert und umfassend wie in der Ausstellung “Welcome to Jerusalem” informiert werden und einen offenen und ungehinderten Dialog wie in den oben genannten Veranstaltungen erleben dürfen. Das ist der einzige Weg über gegenseitiges Verständnis irgendwann doch zu einer friedlichen Lösung des Nahostkonfliktes zu kommen.
. . . . . und zum Schluß taucht noch ein anderer Gedanke auf : Verliert die aktuelle israelische Regierung allmählich die Verbindung zu Jüdinnen und Juden in der Diaspora, wie es auch Ronald S. Lauder bereits befürchtet?
TOL-

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