Sorge um Christen in Jerusalem

Grabeskirche in Jerusalem. Nationaal Archief. Fotograf Willem van de Poll. Unter CC0 1.0

Am 14. Dezember 2021 haben die geistlichen Repräsentanten der christlichen Kirchen in Jerusalem in einer Stellungnahme ihre Besorgnis zur aktuellen Situation der Christen insbesondere in Jerusalem aber auch in Israel und dem israelisch besetzten Westjordanland ausgedrückt. Dabei haben sich alle 13 christlichen Konfessionen zusammengefunden. Ein nicht so häufiges Ereignis.
Die Antwort des israelischen Außenministerium erfolgte umgehend.

Die Verlautbarung des Vatikans zu dem Sachverhalt ist zurückhaltend und ebenfalls besorgt.
Der Kommentar von Peter Münch in der Süddeutschen Zeitung geht umfassender auf die Gefährdung der Christen in Israel und besonders in Jerusalem ein, aber auch auf die unterschiedliche Behandlung der religiösen Gruppen, die anhaltende wirtschaftliche Verluste für sie zur Folge hat.
In der Schweizer Wochenzeitung Tacheles und in der Jerusalem Post kommen direkt die Betroffenen zu Worte und schildern ausführlich ihre schwierige Lage. Hagai Dagan beschreibt dagegen in der TAZ den
ideologischen und politischen Hintergrund in der Beziehung von National-Religiösen zu Christen in Israel.

Bereits im Mai 2014 führte Peter Kapern im Deutschlandfunk ein langes Interview mit Pater Nikodemus Schnabel, dem Sprecher der Benediktinerabtei auf dem Zionsberg in Jerusalem. Seine Beobachtungen glichen denen von heute. Er sprach auch die Beteiligung der national-religiösen Siedlerbewegung an, denen schon damals Naftali Bennett nahe stand. Benett gehörte auch 2019 zu den Gründern der national-religiösen Liste Jamina und ist heute israelischer Ministerpräsident.

Die Stellungnahme der 13 Kirchenführer und die Reaktion der israelischen Regierung sind weltweit registriert worden. Alle, die an einem offenen interreligiösen Diskurs und am Schutz von Minderheiten, welcher Art sie auch immer seien, interessiert sind, werden die weitere Entwicklung in Jerusalem aufmerksam beobachten.
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