RBG is dead

Ruth Bader Ginsburg, Supreme Court of the United States. Erstellt: 5. Januar 2016.
Quelle Supreme Court of the United States. Gemeinfrei


Diese Meldung erschien heute in allen internationalen Zeitungen, darunter auch in Haaretz und New York Times. Erst im Nachhinein wird man erfassen, welche Persönlichkeit hier die amerikanische Gesellschaft verloren hat. Welches Gewicht Ruth Bader Ginsburgs Stimme beim Kampf um Frauenrechte, für das Recht auf Abtreibung und gegen die Todesstrafe gehabt hat, wird vor allem in diesen Tagen deutlich.


Sie selbst hatte als Jüdin, junge Mutter und Frau Zurücksetzung erfahren, indem sie als Beste ihres Jahrgangs nach dem juristischen Examen keine Stellenangebote erhalten hatte – im Unterschied zu allen ihren Jahrgangskollegen. Von Präsident Clinton 1993 für den Supreme Court vorgeschlagen wurde sie mit 93 gegen 3 republikanische Stimmen vom Senat in dieses Richteramt auf Lebenszeit gewählt.
Nachdem ihr Mann schon einmal in jungen Jahren an Krebs erkrankt war, erkrankte sie selbst mit 66 Jahren erstmals an Krebs, hielt schließlich drei Krebserkrankungen stand und starb jetzt mit 87 Jahren. In den letzten Jahren führte sie im Supreme Court den liberalen Flügel der Richter an. Diese Rolle bekam besonderes Gewicht, nachdem Präsident Trump zwei konservative Richter, Neil Gorsuch 2017 und Brett Kavanaugh 2018, ernannt hatte.
2019 erhielt sie den Gilel Storch Award von der Organisation Jewish Culture in Sweden. Sie teilte die Summe von 27 000 $ auf drei Empfänger auf, einen schwedischen, einen amerikanischen und einen israelischen, alles Einrichtungen , die sich um Toleranz unter den Menschen bemühten. In Israel wählte sie das Netzwerk von Schulen aus, das gemeinsam und bilingual jüdisch-israelische und arabische SchülerInnen durch ebenfalls arabische und jüdische LehrerInnen unterrichtet. Bei der Preisverleihung begründete sie ihre Entscheidung folgendermaßen :

“From the earliest grades, the children are taught to speak, read and write in Hebrew and Arabic. They learn the shared values of Jews, Muslims and Christians – among them helping others, welcoming guests, opposing oppression and caring for the Earth.”

Diese Weisheit wünschten wir etlichen der jetzt regierenden Staatsmänner.
Für die Vereinigten Staaten bleibt zu hoffen, dass ihre Nachfolgerin oder Nachfolger eine ähnliche Einstellung und ein vergleichbares Format haben.
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