Bedrückender Besuch im Old Slave Mart, Charleston S.C.

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In dem historischen Sklavenmarkt von Charleston ist eine umfangreiche Sammlung an Dokumenten und Relikten der Sklavenwirtschaft zu besichtigen. Zahlreiche Bilder und Fotos lassen einen das damalige Leid der Sklaven erahnen. Gleichzeitig wird deutlich, wieviel Gewinn die damaligen USA aus dieser Wirtschaftsform bezogen haben und wie viele der großen Vermögen in Amerika und Europa entstanden sind. So werden von der afro-amerikanischen Community zu Recht Forderungen nach Wiedergutmachung erhoben.

Sklavenjagd in Afrika

Afrikanische Staaten und Volksgruppen verkauften bei Kriegen oder gezielten Menschenjagden gefangen genommene Angehörige anderer Volksgruppen direkt oder über arabische Zwischenhändler an amerikanische und europäische Aufkäufer. Dazu wurden die Gefangenen an die Westküste Afrikas gebracht und dort in dafür gebaute befestigte Gebäude oder Festungen bis zu ihrer Verschiffung festgehalten. Fort Groß-Friedrichsburg im heutigen Ghana war so ein Ort – vom Großen Kurfürsten aus der Mark Brandenburg gegründet.
Die Aufkäufer bezahlten in erster Linie mit Manufakturwaren wie Werkzeugen, Waffen oder auch Glasperlen u.ä. Dann wurden die Gefangenen auf die Plantagen in Nordamerika, in der Karabik und nach Südamerika transportiert. Das war die berüchtigte Mittelpassage.

Zeitgenössische Karte von Afrika.
Die Stadt Benin im 17. Jahrhundert.
Die Stadt Benin im 17. Jahrhundert.
Die Hauptstadt von Louanga

Mittelpassage

Der Schiffstransport in die Neue Welt gestaltete sich durchweg menschenunwürdig. Die Gefangenen waren überwiegend auf engsten Raum zusammengefercht, teilweise in Ketten gelegt, bei Krankheit unversorgt, bei Konflikten massiver Gewalt ausgesetzt. Dem entsprach die hohe Rate an Todesfällen während der Überfahrt.
Es kam auch zu Aufständen auf der Überfahrt, die meist blutig niedergeschlagen wurden.

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Die Sklavenwirtschaft

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Dieser private Sklavenmarkt (Old Slave Mart Charleston) wurde von 1859 bis 1863 betrieben. Danach wurde er zu Wohnzwecken genutzt. 1938 wurde er in ein Museum umgewandelt. Es ist das erste und damit älteste Museum, dass sich in den USA der Sklavenwirtschaft widmet.

Die folgenden Auktionsplakate verdeutlichen, dass die afrikanischen Menschen wie Vieh oder andere Wirtschaftsgüter angesehen und behandelt wurden. Häufig wurden bei den auktionen Familien auch auseinandergerissen.

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Der inneramerikanische Sklavenhandel

Ab 1807 war nach einem Kongressbeschluss die Einfuhr von Sklaven untersagt. Der Handel mit in den USA in Sklaverei geborenen Afroamerikanern durfte aber ungehindert bis zum Erlass des 13. Amendment (Verfassungszusatz) vom 18. Dezember 1865 fortgesetzt werden. Er verbot jedwede Form von Sklaverei.

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Die Instrumente der Sklavenhaltung

Die Bilder sprechen für sich.

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Befreiung aus der Sklaverei

Die Proklamation des Präsidenten der USA vom 1. Januar 1863 verkündet allen Amerikanern, ob frei oder in Sklaverei, dass sich der Bürgerkrieg gegen die Konförderierten gegen die Einrichtung der Sklaverei richtete. In der Folge schlossen sich ca. 200 000 Afroamerikaner der Armee der Union an.

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Alle hier gezeigten Texte und Abbildungen entstanden bei einem Besuch des Old Slave Mart Museum Charleston im März 2025.