Berliner Radiohörern der fünfziger Jahre war seine Stimme wohlbekannt. Wenn Hans Rosenthal im RIAS (Rundfunk im Amerikanischen Sektor) seine bekannte und beliebte Quizsendung „Wer fragt, gewinnt“ ansagte, konnte er sich einer großen Hörergemeinde sicher sein. Am 2.April denken wir an seinen 100. Geburtstag.


Hans Rosenthal, aufgewachsen in der Winsstraße im Prenzlauer Berg, eingeschult in die Volksschule um die Ecke, muss ab 1935 die Jüdische Mittelschule in der Großen Hamburger Straße besuchen. 1937 wird der Vater von der Deutschen Bank entlassen und stirbt kurz darauf. 1941 stirbt auch die Mutter.

Hans und sein jüngerer Bruder Gert kommen ins Auerbachsche Waisenhaus in der Schönhauser Allee. Von dort wird Gert mit zehn Jahren im Oktober 1942 nach Riga deportiert und kurz darauf in einem nahegelegenen Wald erschossen.




Hans musste in Berlin Zwangsarbeit leisten und tauchte schließlich 1943 unter. Dabei wurde er nacheinander von drei Frauen in ihrer Laube versteckt und konnte so bis Kriegsende überleben.



Nach dem Krieg begann er eine Ausbildung beim Berliner Rundfunk, wechselte aber bald vor dem sich abzeichnenden Kalten Krieg zum RIAS. Dort entwickelte er in den nächsten Jahren zahlreiche Quizformate und Unterhaltungssendungen, erst für das Radio, dann auch für das Fernsehen. In den siebziger und achtziger Jahren war er schließlich einer der bekanntesten Quizmaster Deutschlands.
Aber er hatte auch noch eine andere Seite. Früh engagierte er sich im Betriebsrat, später gehörte er dem Zentralrat der Juden in Deutschland an, wurde aber auch zum Präsidenten des Fußballvereins
Tennis Borussia Berlin gewählt. Er starb 1987. An ihn erinnert die Hans-Rosenthal-Stiftung, die Menschen hilft, die unverschuldet in Not geraten sind.
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