
Schnell fällt dem aufmerksamen Besucher Schwerins auf, wie die mecklenburgische Landeshauptstadt durch diese beiden fast immer sichtbaren Bauten bestimmt wird. Im Stadtbild und in seiner Geschichte.
Mit der Sicherung der östlichen Reichsgrenze an der Elbe und der weitergehenden Machtausbreitung nach Osten tritt Heinrich der Löwe im 12. Jahrhundert auf. 1160 unterwirft er blutig die slawischen Obodriten mit ihrem Fürsten Niklot. Dessen Geschlecht bestimmt nach dem Übertritt zum Christentum die Geschicke Mecklenburgs bis 1918. Am Ort der slawischen Befestigung errichtet Heinrich eine mittelalterliche Burg und gründet Schwerin. Im 16. Jahrhundert entsteht hier ein Schloss im Stil der Renaissance, das schließlich im 19. Jahrhundert vom Hofbaumeister Demmler zu einem Bau im eklektizistischen Stil der damaligen Zeit umgewandelt wird.

Der Dom, St. Marie und St. Johannis gewidmet, entstand nach Gründung der Stadt und des Bistums im romanischen Stil. Diese Kirche musste nach ihrem Abbruch im 14. Jahrhundert einem gotischen Nachfolgebau weichen. Der heute beeindruckend hohe Turm ist eine neogothische Ergänzung aus dem 19. Jahrhundert. Auch wenn man in den vergangenen Jahrhunderten oft rücksichtslos mit diesem wichtigen Zeugnis der Backsteingothik umgegangen ist, konnten die Restauratoren der letzten Jahrzehnte den ursprünglichen Eindruck dieser Kirche weitgehend wiederherstellen.

14. Jahrhundert. TAL



Die alten Epitaphe, der gothische Altar aus Sandstein, das Triumphkreuz und das gothische Taufbecken lassen den Besucher innehalten. Von außen ist dieses Gebäudeensemble wegen seiner Größe auch aus den verschiedenen Perspektiven nicht vollständig zu erfassen.

Wenn man dagegen die Synagoge der Stadt sucht, benötigt man die genaue Adresse, auch wenn sie fast auf der Luftlinie zwischen Schloss und Dom liegt. An der Ecke Großer Moor und Schlachterstraße ( jetzt Landesrabbiner-Holdheim-Straße ) sucht man vergeblich. Die neue Synagoge liegt wie die Vorgängerbauten im Innenhof der angrenzenden Häuser.


Erst die verschiedenen Hinweise führen den Besucher zur richtigen Tür. Dem Wunsch, einen Blick in die Synagoge zu werfen, wird freundlich entsprochen. Auch der Hof und die Nebenräume dürfen besichtigt werden. Nach Zerstörung der Synagoge 1938 und Deportation der noch verbliebenen Juden gründeten Rückkehrer nach 1945 eine neue kleine Gemeinde. Aber erst nach dem Zuzug aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion wuchs die Gemeinde auf rund 500 Mitglieder an. 2008 wurde auf den Fundamenten der Synagoge von 1773 und ihrem größeren Folgebau eine neue Synagoge errichtet.


Sie weist 120 Plätze auf und dient neben den 14täglich stattfindenden Gottesdiensten regelmäßig Kulterveranstaltungen.


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.Die Stadt Schwerin ist im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört geblieben. So lassen sich in der Innenstadt ohne Mühe Bauten der letzten vierhundert Jahre nebeneinander betrachten.


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