THG – Eindrücke aus dem amerikanischen Süden.


Im Juli 2025 erhielten Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule (THG) aus Berlin-Moabit die Möglichkeit, eigene Eindrücke in New Orleans, La. zu sammeln. Ihrer Lehrerin Sabeth Schmidthals war es mit großem Aufwand gelungen, die notwendigen Gelder für die Reise der AG Erinnern einzuwerben. Dafür erhielt die Gruppe die Möglichkeit, sich selbst vor Ort mit der vielfältigen US-Geschichte auseinanderzusetzen.

Foto gesehen im National Museum of African American History & Culture, Washington D.C. TAL


Gerade in New Orleans überschnitten sich die kolonialen Interessen der Spanier, Franzosen, Engländer bzw der späteren USA. Die Plantagenwirtschaft und der untrennbar damit verbundene Sklavenhandel bestimmten gleichzeitig die ökonomischen Interessen.

Bild gesehen in Jean Lafitte National Historical Park, La. TAL

Der überraschende Verkauf der französischen Besitzungen 1803 für 15 Millionen $ an die USA besiegelte weitgehend das Schicksal der indigenen Völker westlich des Mississipi. Dem Landhunger der im 19. Jahrhundert in die USA einwandernden Siedler hatten sie nichts entgegenzusetzen. Von der US-Army wurden die verschiedenen Ethnien mit Gewalt und oft unter Bruch von Verträgen auf den „Pfad der Tränen“ gezwungen.

Bild gesehen in Ocmulgee Mounds National Park Museum, Ga. TAL

Gleichzeitig entwickelte sich hier zunehmend der innenpolitischen Konflikt zwischen den Handelsinteressen der Südstaaten und dem industriell geprägten Norden. Der blutige Sezessionskrieg war die Folge. Unmittelbar daran an schloss sich die umfassende rassistische Diskriminierung der Afroamerikaner, die trotz Einsatz von Militär und neuen Gesetzen in den sechziger Jahren bis heute anhält. Die augenblicklichen Änderungen der amerikanischen Wahlbezirke und die bewusst neu geschaffenen Erschwernisse bei der Wählerregistrierung zeigen es.

Bild gesehen im National Museum of African American History & Culture, Washington D.C. TAL

Bei der Betrachtung der amerikanischen Geschichte darf man nicht vergessen, dass der Vater der amerikanischen Unabhängigkeit, Georg Washington, und der Verfasser der amerikanischen Verfassung, Thomas Jefferson, ohne ihre Lebensumstände in Zweifel zu ziehen, Plantagenbesitzer und Sklavenhalter gewesen sind. Beide haben die Interessen der weißen Siedler vertreten. Ein Element, dass unter der augenblicklichen Präsidentschaft wieder an Gewicht gewinnt. Dazu gehören die zunehmenden Bestrebungen, die amerikanische Geschichte umzuschreiben.


Der oft zitierte Schmelztiegel der amerikanischen Gesellschaft ist eher ein politischer Wunschtraum. Politische Lasten werden in erster Linie der ärmeren Bevölkerung aufgeladen, ob es der Militäreinsatz in Vietnam oder jetzt die Teuerungen der Lebenshaltungskosten sind. Die Folgen wirtschaftlicher Fehlentscheidungen werden unmittelbar für die Beschäftigten spürbar. Immer wieder brechen die alten Gräben entlang der ethnisch-religiös-sozial bestimmten Grenzlinien auf. Ein Präsident afromerikanischer Abstammung war nur ein kurzes Zwischenspiel. Jetzt sehen sich die USA mit Apologeten einer autoritär und rassistisch bestimmten Gesellschaftsordnung konfrontiert.

Ein Einblick in die USA-Reise der THG erlaubt jetzt der Film „Echoes Across the Atlantic“. Die Heinrich-Böll-Stiftung hat seine Finanzierung übernommen und zeigt ihn am 9.6.26, um 18 Uhr in ihren Räumen.
Anmeldung und mehr Infos über diesen Link und im Anhang: https://calendar.boell.de/de/event/echoes-across-atlantic.
Kommen Sie und machen sich ein eigenes Bild.
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