
konnte wegen fehlender Hinweisenicht zurückgegeben werden.
JewishGen Chanukah Companion 2025.
Im Dritten Reich hatte die SS bei der Beraubung der Synagogen liturgisches Gerät und Thorarollen in ihre Verfügung gebracht, um damit später nach den Vorstellungen von Heinrich Himmler eine Schau des Judentums zu inszenieren. Ähnliche Vorstellungen müssen auch bei anderen NS-Größen vorhanden gewesen sein, als sie aus jüdischem Besitz, aber auch von anderen verfolgten Gruppen geraubte Bücher
sammeln ließen.
Nach Kriegsende wurden zehntausende dieser Bücher an verschiedenen Orten von Institutionen wie Universitäten und Bibliotheken in Obhut genommen. Ziel war es, diese Bücher den ursprünglichen Besitzern oder ihren Angehörigen wieder zurückzugeben. Ein aufwendiges, teilweise ausgesprochen schwieriges Unternehmen.
Lyn S. Hill berichtet jetzt im JewishGen Chanukah Companion 2025, dass 9000 Bücher, die auf Geheiß von Julius Streicher, dem Herausgeber des NS-Blattes der „Stürmer“, Juden und anderen Verfolgten geraubt worden waren, der Stadtbibliothek Nürnberg übergeben worden sind. Darauf machte es sich Leibl Rosenberg von der dortigen Jüdischen Gemeinde zur Aufgabe, diese Bücher anhand von Plaketten und anderen Merkmalen wieder ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben. Eine mühselige Arbeit.
Erst als Karen S. Franklin vonJewishGen und vom Leo Baeck Institut eine weltweite Gruppe von Volontären zusammenstellte, gelang es, zusammen mit Professionellen dieses Projekt spürbar voranzubringen. Dabei kehrte ihr Vorgehen die Arbeit von JewishGen, Vorfahren heute lebender Juden zu finden, genau um. Jetzt waren sie dabei, heute lebende Nachfahren der früheren Besitzer der geraubten Bücher zu suchen. Während im 19. Jahrhundert und am Anfang des 20. Jahrhundert der Besitz von Büchern weitgehend gehobenen Kreisen vorbehalten war, weitete sich durch die geschichtlichen Umstände der Kreis ihrer Nachfahren im Laufe des 20. Jahrhundert auf alle sozialen Schichten und auch alle Erdteile aus.
Jede erfolgreiche Suche und jede Rückgabe eines geraubten Buches waren aber dann für die betroffenen Nachfahren und beiteiligten Volontäre und Professionellen ein bewegendes Erlebnis.
red-