

Gleis 69 – Die Erhaltung der Deportationsrampe kommt nicht voran!
Der Runde Tisch des BA Mitte hat es sich zur Aufgabe gemacht, die verrottende Deportationsrampe am Gleis 69 zu retten und eine überzeugendere Lösung für den bisherigen Gedenkort Güterbahnhof Moabit zu finden. Er ist dabei bis jetzt keine Lokomotive! Eher das Gegenteil – und die Zeit drängt, denn der Verfall ist dynamischer als der Runde Tisch: In spätestens zehn Jahre, gibt es hier nichts mehr zu erhalten. Es geht zu langsam und zu wenig ergebnisorientiert – geht es überhaupt voran?
Dieser Runde Tisch war in Gang gekommen, nachdem ein Offener Brief von Gleis 69 e.V. im Mai 2021 große Aufmerksamkeit in den Medien und bei zahlreichen UnterstützerInnen gefunden hatte. Bis zum ersten Treffen der zahlreichen Beteiligten hatte es dann noch einmal bis zum November 2022 gedauert.
Dabei sind das Landesdenkmalamt mit einer archäologischen Untersuchung 2019 und die DB Bahnbau Gruppe 2022 mit einem technischen Gutachten bereits in Vorleistung gegangen. Die quälende Vorgeschichte dieses historischen Ortes und des Gedenkortes sind ebenfalls gut bekannt. Trotzdem fühlen sich die Bystander an vorangegangene Bezirksämter in Berlin-Mitte erinnert, bei denen erst die Bezirksverordneten gemeinsam mit der engagierten Zivilgesellschaft die notwendigen Anstöße für den augenblicklich bescheidenen Gedenkort geliefert haben. Für den Erhalt der verrottenden Deportationsrampe hat es damals leider nicht gereicht.
Auch scheinen sich die Mittel, die für die notwendige Machbarkeitsstudie aufgewandt werden sollen, seit Beginn des Runden Tisches deutlich verringert zu haben. Unverständlich ist, dass die dafür verantwortliche Verwaltung bei der Planung der Machbarkeitsstudie nicht den Sachverstand nutzt, der am Runden Tisch und darüber hinaus umfangreich vorhanden ist. Bezirkliche Fehlentscheidungen z.B. im Umgang mit dem Mahnort Synagoge Levetzowstraße sind noch in frischer Erinnerung.
Seit dem letzten Treffen im Januar 2023 hat es bis Mitte Mai gebraucht, bis ein weiteres Treffen anberaumt wurde. Die Fachleute von DB Bahnbau haben der Deportationsrampe noch zehn Jahre gegeben, bis sie unwiederbringlich verrottet ist. Ein Jahr ist seitdem bereits ohne greifbare Ergebnisse vergangen. Die Uhr tickt. Ob die verantwortliche Verwaltung das Ticken auch hört. . . .
red-
