Aktion 1005 – wie Mörder ihre Spuren zu verwischen suchten

Offenes Massengrab, 1943 Treblinka – anonymous German photographer -, Council for Protection of Fight and Martyrdom Monuments, Warszawa. Gemeinfrei

In der Süddeutschen Zeitung vom 6. Januar 2019 schreibt René Schlott über das gerade erschienene Buch von Andrej Angrick: „Aktion 1005“ – Spurenbeseitigung von NS-Massenverbrechen 1942-1945. Eine „geheime Reichssache“ im Spannungsfeld. In seiner Ausführlichkeit und durch den Umfang der benutzten Quellen wird es das Standardwerk für diese schreckliche Seite des Kulturbruchs im Dritten Reich werden. Den Mördern der SS, allen voran Heinrich Himmler, mußte klar sein, was es bedeutete, wenn die jetzt nach Westen vorrückende Rote Armee die zahlreichen Massengäber ihrer Opfer entdecken würde. Sie selbst hatten die Massengräber von Katyn im Sommer 1942 entdeckt und dann politisch wirksam erst im April 1943 bekannt gemacht. Damit stand UdSSR als Schuldiger für die Massenmorde an der polnischen Elite in der Weltöffentlichkeit fest. Um einer ähnlichen Aufdeckung jetzt zuvorzukommen, setzte die SS alle Hebel in Bewegung, um die Spuren ihres Menschheitsverbrechen zu verwischen. Vergeblich.

Andrej Angrick: „Aktion 1005“ – Spurenbeseitigung von NS-Massenverbrechen 1942-1945. Eine „geheime Reichssache“ im Spannungsfeld. Wallstein, Göttingen 2018. Zwei Bände 1381 Seiten, 79 Euro, E-Book: 62,99 Euro

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