Geschichte der Militärgleise am Güterbahnhof Moabit

Güterbahnhof Moabit 1992
Quelle: Roehrensee  CC BY-SA 3.0 creative-commons in Grauabstufung

Güterbahnhof Moabit Gleis 69

Zuwegung Quitzowstraße u. Militärgleis 69 – 1977 – Fotograf Peter Bley –

Ursprünglich dienten die Gleise 69, 81 und 82 in erster Linie dem preußischen Militär. Waren doch im benachbarten Moabit neben anderen Garderegimentern auch das 1.Garde-Feldartillerie-Regiment in der Perleberger Straße und in der Kruppstraße stationiert. Zwischen 1904 und 1919 errichtet lagen diese Gleise östlich des eigentlichen Güterbahnhofs und waren zum Verladen von sperrigen und schweren Ausrüstungen mit Rampe und Ladestraße ausgestattet. Durch ihre separate Zuwegung und besondere bahntechnische Anordnung konnten Züge auf diesen Gleisen ungestört vom übrigen Bahnbetrieb beladen und dann direkt in Richtung Westen oder Osten abgefertigt werden. Diesen Umstand machte sich die Gestapo zu Nutze und bestellte die Züge für die sogenannten Osttransporte bei der Reichsbahn ab Sommer 1942 zum Güterbahnhof Moabit.

Güterverkehr güterbahnhof Moabit Gleis 69

Sammlung Dr. Jörg Kuhn – Übersicht Güterverkehr 1941

Güterbahnhof Moabit

Gleisplan Güterbahnhof Moabit – 1.Februar 1947 – Militärrampe Gleis 69

Während die Militärgleise 81 und 82 auf dem Gleisplan des Güterbahnhof Moabit vom 1.04.67 noch vorhanden sind, kann man auf dem Photo vom 12.04.1980 noch die alte Ladestraße entdecken, die Militärgleise 81 und 82 sind inzwischen aber von der Deutschen Reichsbahn abgebaut worden.

Gleisplan Güterbahnhof Moabit – 1.April 1967 – Sammlung Peter Bley

Güterbahnhof Moabit

Ladestraße für ehemalige Militärgleise 81 und 82 – 12. April 1980 – überbaut mit Kleingärten und Wirtschaftsgebäuden – X : Bereich der Unterführung am Gleis 69, V : Bereich der Deportationsrampe Gleis 69 . – Fotograf Peter Bley

Gleisplan Güterbahnhof Moabit – 31. Dezember 1988 – Sammlung Peter Bley

Das Gleis 69 ist in seiner ursprünglichen Lage noch bis 1993 befahrbar gewesen.
Im Rahmen der umfangreichen Gleisbauarbeiten für die VZB (Verkehrsanlagen Zentraler Bereich – im Bereich der Ringbahn und des späteren Hauptbahnhofs) wurde dann 2000 der westliche Teil des Gleises zeitweise an das Streckengleis HuL – Moabit (Gleis des Hamburger und Lehrter Güterbahnhofs) angeschlossen, der östliche Teil abgetrennt. Vom östlichen Teil ist jetzt noch ein Rest am Gedenkort zu finden.

Der westliche Teil dagegen endet östlich von der heutigen Putlitzbrücke mit einem Prellbock. Bis vor einigen Jahren befand sich dort auch noch ein Schild mit dem Hinweis Gleis 69 (mündliche Mitteilung A, Szagun), die Stange dafür ist noch vorhanden.

 

Quellen :

  • Gottwaldt, Alfred – “Mahnort Güterbahnhof Moabit”. Hentrich&Hentrich, Berlin 2015
  • Dettmer, Klaus et al. – “Forschungsgutachten zur Geschichte des Güterbahnhofs Berlin
    Moabit unter schwerpunktmäßiger Berücksichtigung der Geschichte der Deportation der
    Berliner Juden von den Gleisen 69, 81 und 82 , Berlin 2006”
  • Szagun, Andreas – Zwischenbericht zum Stand der Untersuchungen über die
    Deportationsgleise auf dem Güterbahnhof Moabit. 3. Aufl., Berlin 2008