Antisemitisch? Antijudaistisch? Antiisraelisch? Oder gar nicht?

Markus Ehrenberg und Joachim Huber haben im Tagesspiegel vom 19. Mai 2018 die sehr unterschiedlichen Stimmen zusammengetragen, die sich zu der Karrikatur von Dieter Hanitzsch in der Süddeutschen Zeitung vom 15.Mai geäußert haben. Diese Karikatur stellte den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in der Gestalt der Sängerin Netta dar. Überzeichnet, nicht sehr vorteilhaft. Auf diese Karrikatur haben ganz unterschiedliche Menschen in sehr unterschiedlicher Weise geblickt und dadurch auch sehr Unterschiedliches gesehen. Die Spanne reichte von Antsemitismus im Stürmer-Stil bis zu keinen erkennbaren Hinweisen auf Antisemitismus – und das bei ausgewiesenen Fachleuten wie Wolfgang Benz. Auch hier scheinen sich die Begriffe Antiisraelismus, Antijudaismus und Antisemitismus gelegentlich zu verwirren. Vielleicht wäre mehr Nachdenken und Differenzieren in einer solchen Situation angemessen. – Die Süddeutsche Zeitung hat nach einer Entschuldigung – wofür und bei wem? – Heinz Hanitsch als langjährigen Mitarbeiter entlassen.
Wie war das eigentlich damals bei den Mohammed-Karrikaturen in Jyllands Posten oder in Charlie Hebdo. Da gab es eine einheitliche Ablehnung des Angriffs auf die Pressefreiheit.
-TOL